Herzlich willkommen an der Technischen Hochschule Deggendorf! Einer Hochschule mit grenzenlosen Möglichkeiten, an der Studierende und Mitarbeitende studieren, forschen, lehren und mutig Innovationen und Entwicklungen voran treiben. Entdecken Sie die THD - innovativ & lebendig.
Fünf Studierende der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) reisten Ende Mai gemeinsam mit ihrem Dozenten Prof. Dr. Helmut Arnold an den Campus der Fachhochschule Kärnten in Feldkirchen, um dort für eine Woche an einem internationalen Erasmus-Projekt teilzunehmen. Zusammen mit Studierenden aus dem slowenischen Koper und aus dem gastgebenden Österreich bauten Sophie Greiler, Alexander Döring, Simon Röwe, Stephanie Stieglmaier und Lucia Marchl im Rahmen eines fünftägigen Workcamps ein kleines Holzhaus für obdach- beziehungsweise wohnungslose junge Menschen.
Unter dem Projekttitel „Homeless young adults: we build a little home together!“ arbeiteten die Studierenden nicht nur handwerklich zusammen, sondern setzten sich auch intensiv mit sozialen Herausforderungen auseinander. Inspiriert vom Konzept des sogenannten „Little Home“ aus Deutschland planten und bauten die Teilnehmenden eigenständig eine mobile Unterkunft, die jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen Schutz und einen Rückzugsort bieten soll. Das isolierte Tiny House auf Rädern ist sporadisch, aber mit dem Notwendigsten eingerichtet. Ausgestattet mit einer abschließbaren Tür, einer Matratze, einer Sitzmöglichkeit und etwas Stauraum, einer Campingtoilette und einem Gaskocher bietet es Schutz und ein Stück Geborgenheit, ersetzt aber keine vollwertige Wohnung. Optional kann es noch mit einer autarken Stromversorgung per Solarpanel nachgerüstet werden. Auf einem Autoanhänger montiert, kann das Holzhaus unkompliziert versetzt und ortsunabhängig eingesetzt werden – so kann zum Beispiel auch eventuellen Konflikten mit Anwohnenden vorgebeugt werden.
Gemeinsam mit und für Betroffene
Dem studentischen Projektteam war der direkte Austausch mit wohnungslosen Menschen, die durch ihr aktives Mitwirken eigene Erfahrungen einbringen konnten, besonders wichtig. Dadurch erhielt das Workcamp für die Studierenden der THD eine besonders praxisnahe und persönliche Bedeutung. Kooperationspartner des Vorhabens war „Momo Austria“. Die 2023 gegründete Organisation unterstützt sozial benachteiligte und wohnungslose Menschen mit Beratung, Begleitung im Alltag, Gruppenangeboten und Krisenhilfe. In gemeinschaftlichen Projekten, die praktische Unterstützung mit sozialer Teilhabe verbinden, stehen Begegnung auf Augenhöhe und gegenseitiger Respekt im Mittelpunkt. Der Verein wird das „Little Home“ fortan betreuen und passenden Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung stellen.
Mitdenken und Mitmachen: eine wichtige Maxime der Sozialen Arbeit
Das Besondere dieses Erasmus-Projekts war die Verbindung von Theorie und Praxis. Neben der handwerklichen Arbeit am „Little Home“ durften auch organisatorische Aufgaben nicht außer Acht gelassen werden. Das Baumaterial wurde nach Bauplan berechnet und angeschafft, der Stellplatz für das „Little Home“ mit dem Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt ausgehandelt. Zudem fanden auch fachliche Vorträge zu grundlegenden Fragen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit statt: Was machen wohnungslose Menschen tagsüber und wie sind sie erreichbar? Und wie können sogenannte „Systemsprenger“ aus betreuten Wohngruppen und Jugendheimen aufgefangen werden, damit sie ein positives Selbstbild aufbauen und ihre Chancen erkennen?
Erfolgreiche Premiere für die TH Deggendorf
Für die Studierenden der THD war die Teilnahme ein besonderer Schritt: Erstmals beteiligte sich der Bachelorstudiengang Soziale Arbeit an einem Erasmus-Projekt dieser Art. Die Verantwortlichen sehen darin einen wichtigen Beitrag, um internationale Erfahrungen und praxisnahes Lernen stärker im Studium zu verankern. Am Ende stand nicht nur ein fertiges „Little Home“, sondern auch die Erfahrung, wie viel durch gemeinsames Engagement über Ländergrenzen hinweg entstehen kann.
Der Familienservice der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) lädt am Dienstag, den 16. Juni, um 13 Uhr zu einem einstündigen Onlinevortrag der Reihe für pflegende Angehörige ein. Unter dem Thema „Herausforderung Wundversorgung: So gelingt die Pflege zu Hause“ erklärt Referent Stefan Schönstein von der Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften, wie Wunden richtig eingeschätzt und versorgt werden können – verständlich, alltagsnah und mit Blick auf typische Herausforderungen.
Die kostenlose Vortragsreihe des Familienservice der THD hat das Ziel, pflegende Angehörige in ihrer anspruchsvollen Rolle zu unterstützen, indem sie praxisnahes Wissen vermittelt und Orientierung bietet. Denn pflegende Angehörige tragen in Deutschland eine große Verantwortung: Sie unterstützen hilfebedürftige Menschen im Alltag, ermöglichen soziale Teilhabe und übernehmen Aufgaben, die sowohl körperlich als auch emotional fordernd sein können. Vieles davon bleibt eine unsichtbare Leistung, die im privaten Umfeld erbracht und in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.
Ergänzend zu den Tipps zur heimischen Wundversorgung steht Daniel Schümann, ebenfalls von der Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften, anschließend noch für allgemeine Fragen zum Thema Pflege zur Verfügung.
Die Teilnahme am Onlinevortrag ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist über den Veranstaltungskalender der THD möglich: https://th-deg.de/veranstaltungen. Bei Fragen zur Veranstaltung steht Anita Reither vom Familienservice gerne unter +49 991 3615-526 telefonisch zur Verfügung.
Forschende und Unternehmensvertretende aus aller Welt fanden sich vergangene Woche an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) zur diesjährigen International Computer Auditing Education Association (ICAEA) Fachkonferenz ein. Der Fokus der Konferenz richtete sich auf die Frage, wie Künstliche Intelligenz Wirtschaftsprüfung, Rechnungswesen und betriebliche Kontrollen nachhaltig verändert.
Die vorgestellten Forschungsarbeiten und Praxisbeiträge zeigten eindrucksvoll, dass KI längst nicht mehr nur ein Werkzeug zur Automatisierung einzelner Tätigkeiten ist. Vielmehr entwickelt sich der Umgang mit dieser zu einer strategischen Fähigkeit, die Prüfungsprozesse, Entscheidungsfindung und die Zusammenarbeit von Mensch und Technologie grundlegend verändert. Besonders deutlich wurde dies anhand zahlreicher Vorträge zu generativer KI, Large Language Models (LLMs), Retrieval-Augmented Generation (RAG) und intelligenten Agentensystemen. Diese Technologien würden neue Möglichkeiten eröffnen, große Informationsmengen effizient auszuwerten, relevante Zusammenhänge zu erkennen und Prüfungsprozesse gezielt zu unterstützen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass technologische Innovation allein nicht ausreicht. Die Qualität der Ergebnisse hängt nach wie vor maßgeblich von den Menschen ab, die diese Systeme entwickeln, einsetzen und kritisch hinterfragen.
Ein zentrales Ergebnis der Konferenz war daher die Erkenntnis, dass die kritische Würdigung von Informationen auch im Zeitalter der KI unverzichtbar bleibt. Technologien und Werkzeuge verändern sich in immer kürzeren Innovationszyklen. Was heute als führende Lösung gilt, kann morgen bereits durch neue Ansätze ersetzt werden. Nachhaltigen Erfolg erzielen deshalb nicht diejenigen Prüfungsgesellschaften, die ausschließlich auf bestimmte Tools setzen, sondern jene, die eine offene, lernbereite und reflektierte Haltung gegenüber technologischen Veränderungen entwickeln. Für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung. Investitionen in KI sollten nicht ausschließlich auf die Einführung neuer Software fokussiert sein. Ebenso wichtig ist der Aufbau von Kompetenzen innerhalb der Organisation. Mitarbeitende müssen lernen, Ergebnisse von KI-Systemen kritisch zu bewerten, Risiken zu erkennen und technologische Möglichkeiten verantwortungsvoll einzusetzen, denn moderne Wirtschaftsprüfung umfasst heute weit mehr als die Analyse finanzieller Kennzahlen. Auch die Bewertung von Nachhaltigkeitsberichten, die Identifikation potenzieller Greenwashing-Risiken und die Prüfung komplexer Datenlandschaften gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Die ICAEA 2026 in Deggendorf machte deutlich, dass die Zukunft der Wirtschaftsprüfung auf internationaler Ebene technologiegestützt sein und dennoch von menschlicher Intelligenz angetrieben wird. Der Mensch bleibt auch mit KI der entscheidende Faktor. Fachliche Kompetenz, kritisches Denken und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen werden künftig darüber entscheiden, ob neue Technologien echten Mehrwert schaffen. Erfolgreich werden die Organisationen sein, die technologische Innovation mit menschlicher Urteilskraft verbinden und den Wandel aktiv gestalten. Organisiert wurde die Konferenz von den beiden Wirtschaftsinformatik-Professoren Prof. Dr. Andreas Igl und Prof. Dr. Georg Herde.