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Presseartikel

ICAEA 2026 an der TH Deggendorf

Künstliche Intelligenz verändert die Wirtschaftsprüfung

8.6.2026 | THD-Pressestelle

Forschende und Unternehmensvertretende aus aller Welt fanden sich vergangene Woche an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) zur diesjährigen International Computer Auditing Education Association (ICAEA) Fachkonferenz ein. Der Fokus der Konferenz richtete sich auf die Frage, wie Künstliche Intelligenz Wirtschaftsprüfung, Rechnungswesen und betriebliche Kontrollen nachhaltig verändert.

 

Mehr als nur Automatisierung

Die vorgestellten Forschungsarbeiten und Praxisbeiträge zeigten eindrucksvoll, dass KI längst nicht mehr nur ein Werkzeug zur Automatisierung einzelner Tätigkeiten ist. Vielmehr entwickelt sich der Umgang mit dieser zu einer strategischen Fähigkeit, die Prüfungsprozesse, Entscheidungsfindung und die Zusammenarbeit von Mensch und Technologie grundlegend verändert. Besonders deutlich wurde dies anhand zahlreicher Vorträge zu generativer KI, Large Language Models (LLMs), Retrieval-Augmented Generation (RAG) und intelligenten Agentensystemen. Diese Technologien würden neue Möglichkeiten eröffnen, große Informationsmengen effizient auszuwerten, relevante Zusammenhänge zu erkennen und Prüfungsprozesse gezielt zu unterstützen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass technologische Innovation allein nicht ausreicht. Die Qualität der Ergebnisse hängt nach wie vor maßgeblich von den Menschen ab, die diese Systeme entwickeln, einsetzen und kritisch hinterfragen.

 

Erkenntnisse für die Wirtschaftsprüfung von Morgen

Ein zentrales Ergebnis der Konferenz war daher die Erkenntnis, dass die kritische Würdigung von Informationen auch im Zeitalter der KI unverzichtbar bleibt. Technologien und Werkzeuge verändern sich in immer kürzeren Innovationszyklen. Was heute als führende Lösung gilt, kann morgen bereits durch neue Ansätze ersetzt werden. Nachhaltigen Erfolg erzielen deshalb nicht diejenigen Prüfungsgesellschaften, die ausschließlich auf bestimmte Tools setzen, sondern jene, die eine offene, lernbereite und reflektierte Haltung gegenüber technologischen Veränderungen entwickeln. Für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung. Investitionen in KI sollten nicht ausschließlich auf die Einführung neuer Software fokussiert sein. Ebenso wichtig ist der Aufbau von Kompetenzen innerhalb der Organisation. Mitarbeitende müssen lernen, Ergebnisse von KI-Systemen kritisch zu bewerten, Risiken zu erkennen und technologische Möglichkeiten verantwortungsvoll einzusetzen, denn moderne Wirtschaftsprüfung umfasst heute weit mehr als die Analyse finanzieller Kennzahlen. Auch die Bewertung von Nachhaltigkeitsberichten, die Identifikation potenzieller Greenwashing-Risiken und die Prüfung komplexer Datenlandschaften gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die ICAEA 2026 in Deggendorf machte deutlich, dass die Zukunft der Wirtschaftsprüfung auf internationaler Ebene technologiegestützt sein und dennoch von menschlicher Intelligenz angetrieben wird. Der Mensch bleibt auch mit KI der entscheidende Faktor. Fachliche Kompetenz, kritisches Denken und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen werden künftig darüber entscheiden, ob neue Technologien echten Mehrwert schaffen. Erfolgreich werden die Organisationen sein, die technologische Innovation mit menschlicher Urteilskraft verbinden und den Wandel aktiv gestalten. Organisiert wurde die Konferenz von den beiden Wirtschaftsinformatik-Professoren Prof. Dr. Andreas Igl und Prof. Dr. Georg Herde.

Bild (THD): Forschende und Unternehmensvertretende aller Welt kamen zur ICAEA Konferenz nach Deggendorf.