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Presseartikel

„Nachhaltiges Bauen verbindet Architektur und Natur“

Vom European Campus in den Arbeitsmarkt: Bereits vor Master-Abschluss ist Sana Yazdani für Lindner Group tätig

15.6.2026 | THD-Pressestelle

In zehn englischsprachigen Studiengängen bildet der European Campus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) akademische Fachkräfte aus. Noch vor ihrem diesjährigen Abschluss als Master „Healthy and Sustainable Buildings“ (gesundes und nachhaltiges Bauen) arbeitet Sana Yazdani (33) fest als Fachkraft für ökologische Nachhaltigkeit in Arnstorf.

Mit einem Mercedes der Arbeitgeber-Flotte fährt Yazdani von ihrem Wohnort Pfarrkirchen zur Lindner Group. Dort kümmert sich die Frau aus dem Iran um die anspruchsvollen Aufgaben der Ökobilanzierung (LCA) und der Umweltprodukt-Deklaration (EPD). Ihr Fokus liegt darauf, „sicherzustellen, dass die verwendeten Baumaterialien die Umwelt möglichst wenig belasten“, erklärt Yazdani. Stets ist sie darauf bedacht, „den CO2-Abdruck von Bauprodukten zu reduzieren“. Aus gutem Grund steht sie mit der Fertigung, welche die Baustellen beliefern, in engem Kontakt und sagt: „Ich bin in der glücklichen Lage, an meinem Arbeitsplatz genau das umzusetzen, was ich am European Campus lerne.“

Nach Europa kam Sana Yazdani bereits als fertige Architektin von der Schahid-Beheschti-Universität in Irans Hauptstadt Teheran. Ihr dort erworbener PhD-Grad entspricht dem Doktortitel. Grundsätzlich betrachtet sie die Architektur „als Brücke zwischen Kunst und Logik“.

"Das gibt es nur am European Campus"

Bereits im Iran beschäftigte sich Yazdani mit dem Lehmbau als nachhaltige Bauweise. Beim folgenden Forschungsaufenthalt in Italien ging sie der Frage nach, wie historische Gebäude wie der Mailänder Dom nachhaltig und nicht-invasiv erhalten werden können. Um ihr Wissen darüber zu erweitern, wechselte die junge Wissenschaftlerin von der Hauptstadt der Lombardei gezielt nach Pfarrkirchen. „Das interdisziplinäre Studium zum gesunden, nachhaltigen Bauen gibt es nur am European Campus“, begründet Yazdani. Damit verbindet sie das Bestreben, „die Architektur mit der Natur in Einklang zu bringen“.

Passend dazu kooperierte Yazdani in der Rottaler Kreisstadt zunächst mit Architektin Ruth Gehringer bei einem Lehmbau-Projekt, einer Halle im Gewerbepark Süd. In ihrem dritten Semester wechselte sie als Werkstudentin zur Lindner Group. Zum Ende des jetzigen sechsten Semesters will die mittlerweile fest angestellte Fachkraft ihren Master in der Tasche haben und in ihrer Firma bleiben.

Laut Marcel Gröpler, Fachbereichsleitung Nachhaltiges Bauen der Linder Group, bearbeitet das Unternehmen das Thema mit großer Ernsthaftigkeit sowie aus einer Position des Vorreiters. „Und dafür braucht unser Team kreative Mitstreiter wie Sana Yazdani, welche nicht nur fachlich Know-how aufweisen, sondern auch zukunftsgewandt denken und arbeiten“, so Gröpler.

Tipps für Bewerbungen

Anderen internationalen Studierenden gibt Yazdani für Bewerbungen mit auf den Weg: „Neben der fachlichen Qualifikation und der nötigen Geduld ist der größte Vorteil, Deutsch zu können.“ Sie selbst führte drei Bewerbungsgespräche – und erhielt zwei Angebote. Sie entschied sich für die in der Nähe des European Campus gelegene Stelle in Arnstorf.

Schritt für Schritt sammelt Yazdani weitere Erfahrungen. Unterm Strich zeigt sie sich davon überzeugt: „Erfolgreiches Arbeiten bedeutet, strukturiert an die Sache ranzugehen.“ Im Arbeitsalltag empfiehlt sie, „eine gute Verbindung zu den anderen Teammitgliedern aufzubauen“. Auf alle Fälle will sie gerne hierbleiben und in den nächsten zehn Jahren ihre Kenntnisse im nachhaltigen Bauen vertiefen. Sana Yazdani: „Deutschland und die Deutschen bieten klar strukturierte Wege, und das passt zu meiner Persönlichkeit.“

Volkswirtschaftliche Aspekte

Studien belegen den volkswirtschaftlichen Nutzen ausländischer Studierender. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW, Köln) geht davon aus, dass der Nettoertrag für die öffentliche Hand bei einer mittleren Bleibequote pro Kopf fast 196.000 Euro beträgt (hohe Bleibequote: knapp 330.000 Euro; niedrige Bleibequote: gut 93.000 Euro). Laut IW liegt der langfristige fiskalische Nettogesamteffekt selbst unter pessimistischen Annahmen bei mehr als dem Doppelten der Ausgaben für die Studienplätze.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Essen) stellt fest: Dass die MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) unter ausländischen Studierenden besonders beliebt sind, verringert den Fachkräftemangel in Deutschland. Prof. Dr. Knut Petzold (Görlitz) weist darauf hin: „Die starke Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften im deutschen Arbeitsmarkt wird sich im Zuge des demographischen Wandels spätestens mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge noch deutlich verstärken.“

Bild (THD): Kam als fertige Architektin aus dem Iran, macht am European Campus ihren Master in gesundem und nachhaltigem Bauen, arbeitet bereits als Studentin fest bei Firma Lindner und will in Deutschland weiter Fuß fassen: Sana Yazdani (33).