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Presseartikel

ECRI-Erwachsenen-Uni zu KI

Wahrheit und Wahrscheinlichkeit: Bernadette Busler erklärt Möglichkeiten und Grenzen Künstlicher Intelligenz

26.3.2026 | THD-Pressestelle

Im Rahmen der Digitalisierung schreitet die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) voran. Bei der kostenfreien Erwachsenen-Uni am European Campus Rottal-Inn (ECRI) der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) informierte Expertin Bernadette Busler über das Generieren und Aufbereiten von Daten sowie drohende Gefahren.

Gut 60 neugierige Besucher im bestens gefüllten Vorlesungssaal im Laborgebäude in Pfarrkirchen zeigten: Das Thema Künstliche Intelligenz interessiert die Menschen. Alle lernten: KI erkennt Muster und errechnet aus Daten Wahrscheinlichkeiten. Im Alltag wird die neue Technologie etwa bei Suchanfragen am Computer, der Handy-Kamera oder dem Navigationssystem im Auto genutzt. „Auch das unbefugte Betreten eines Grundstücks kann KI überwachen“, nennt Referentin Busler ein weiteres Beispiel.

Halluzinieren, Vorurteile, Deep Fakes

Bei allen Möglichkeiten verursachen die energieintensiven Anwendungen auch Probleme. So kann KI durch Datenlücken oder unklare Eingaben halluzinieren. Beispiel: Ein KI-generiertes Bild zeigt eine Katze mit Hundeohren, erfindet also etwas. Busler: „Je spezieller ein Thema, desto mehr Datenlücken gibt es, desto höher die Wahrscheinlichkeit des Halluzinierens.“ In diesem Fall trifft die KI Aussagen jenseits wissenschaftlicher Erkenntnisse. Rückmeldungen erhält die KI von Trainern wie Anwendern. Dadurch kann sie sich verbessern, also Wissenslücken schließen. Aus gutem Grund werden deshalb „Daten als das neue Gold“ bezeichnet.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass KI Vorurteile reproduziert. Beispiel: Ein Unternehmen, bei der KI bei Bewerbungen für eine IT-Stelle eine Vorauswahl trifft, könnte Frauen benachteiligen. Grund: Dass Männer in der Vergangenheit in diesem Bereich überrepräsentiert waren, bewertet KI aufgrund ermittelter Erfahrungswerte fälschlicherweise als normal und richtig.

Ein besonders gravierendes Problem stellen laut Referentin gezielte Manipulationen dar. Diese werden als Deep Fakes bezeichnet, etwa wenn einer bekannten Persönlichkeit falsche Aussagen in den Mund gelegt werden. „Auch das schafft ein Vertrauensproblem“, so Busler.

KI unterstützt, der Mensch entscheidet

Unterm Strich machte die Expertin klar: „KI unterstützt. Verantwortung, Würde und Fairness müssen menschliche Aufgaben bleiben.“ Busler erinnerte daran: „KI basiert nicht auf Wahrheit, sondern Wahrscheinlichkeit.“ Der getätigte Input sollte möglichst präzise sein. Der erhaltene Output muss geprüft, bewertet, reflektiert und am besten durch zwei seriöse Quellen belegt werden.

Zu guter Letzt ermunterte Bernadette Busler dazu, „unser Hirn ständig zu trainieren“. Gerade bei Schülern, die KI nutzen, ohne dabei mitzudenken, droht ihr zufolge ein Kompetenzverlust. Der abschließende Tipp der Referentin: „Teilen sie im Netz keine sensiblen persönliche Daten.“ Organisiert wurde der 75-minütige Vortrag von Andrea Ebertseder vom MINT-Team.

 

Bild (THD/ECRI): Möglichkeiten und Gefahren der Künstlichen Intelligenz (KI) lotete ECRI-Expertin Bernadette Busler (stehend) bei der kostenfreien Erwachsenen-Uni am European Campus Rottal-Inn in der Max-Breiherr-Straße vor rund 60 interessierten Zuhörern aus.